Warum diese Region Boliviens Hilfe braucht

Das Projekt O.S.C.A.R. arbeitet zur Zeit in der Region Alto Beni, einer hügeligen, subtropischen Gegend, die mit zum Teil noch unberührtem Urwald bedeckt ist.

Karte von Bolivien, geographische Position Projekt O.S.C.A.R.

Die wichtigsten Zufahrtswege in dieser Zone sind meist erheblich schlechter als deutsche Forstwege und vor allem in der Regenzeit werden viele Wege völlig unpassierbar. Für die Bauern in der Zone, die ihre Ernten in den grösseren Ortschaften verkaufen, sind die Straßen lebenswichtig. Da die wenigsten von ihnen das einzige geeignete Fahrzeug für diese Region besitzen, einen Jeep mit Allradantrieb, kommt es während der Regenzeiten vor, dass die Ernte nicht verkauft werden kann.

Auch für die Gesundheitsversorgung ist der Wegebau essentiell: Aktuell kann im Notfall nicht schnell Hilfe geholt werden und in Regenzeiten sind viele Familien von medizinischer Hilfe komplett abgeschnitten.

Den Grossteil der Bevölkerung in der Region stellen Umsiedler aus dem Hochland Boliviens. Der Verfall der Zinnminen und zwei grosse Dürreperioden zwangen seit 1960 tausende von Familien vom Hochland (ca. 4.100–4.500 über n.N.) ins fruchtbarere Tiefland umzusiedeln. Gerade dieser Teil der Bevölkerung ist am meisten den Schwierigkeiten des Tropenlebens ausgeliefert. So stellt zum Beispiel das Gesundheitswesen für die Umsiedler ein besonderes Problem dar. Sie leben in einem neuen Klima, mit ganz neuen, für sie unbekannten Krankheiten. Problematisch ist auch die Ernährung dieser Familien. Trotz der fruchtbaren Vielfalt des Urwaldes ernähren sich diese einseitig, da sie die Pflanzenwelt im Tiefland nicht kennen. Die Kinder in der Region werden fast ausschliesslich von dem ernährt, was die Familie selbst anbaut: Kartoffeln oder Reis und Bananen oder Orangen, so dass ihnen viele Minerstoffe und Vitamine fehlen. Aus diesem Grund ist ein Grossteil der Kinder mangelernährt und zu klein für ihr Alter.

Die Landwirtschaft in der Region ist problematisch, denn der Boden ist sehr fruchtbar, verfällt aber sehr leicht der Erosion. Besonders durch Brandrodung und Monokulturen wird der Boden innerhalb kürzester Zeit unnutzbar. Diesen Prozess versucht das Projekt O.S.C.A.R. mit zu verhindern und leitet deshalb die Bauern in Lehrgängen an, Landwirtschaft schonender zu betreiben. Grosse Defizite weist auch das Schulwesen im Land auf, was unter anderem an der Ausbildung der Lehrer liegt. Im Projekt werden deshalb auch Lehrer ausgebildet, die neben den fachlichen Aspekten auch die Probleme der Region kennen lernen und so die Kinder besser verstehen und unterrichten können.

Das Projekt hilft konkrete Probleme der bolivianischen Gesellschaft zu lösen, wo es um die am wenigsten betreute Schicht geht: die Bauern und Umsiedler in abgelegenen Gebieten.