Die Organisation O.S.C.A.R.
Das Projekt O.S.C.A.R. in Bolivien wurde 1969 vom amerikanischen Franziskanerpater Miguel Dooling gegründet. Er begann mit freiwilligen Universitätstudenten kleine Zufahrtwege zu abgelegenen Dörfern zu bauen. Inhaber und Verantwortlicher für die Nicht-Regierungs-Organisation O.S.C.A.R. ist die bolivianische Franziskanerprovinz. Geleitet wird das Projekt durch den österreichischen Franziskanerpater Fr. Roberto Eckerstorfer.
Das Projekt begann in Guanay und wurde 1984 in die Region Alto Beni verlagert, um dort mit den Umsiedlern aus dem Hochland zu arbeiten, immer darauf bedacht, bei der am meisten benachteiligten Bevölkerung zu sein.
Das Projekt kümmert sich in vier Programmen um alle wesentlichen Aspekte: Wegbau, Schulbildung, Gesundheit und Landwirtschaft. Das Hauptziel des Projektes sind nicht materielle Bauten, sondern die Erziehung von Personen, damit die lokalen Gemeinschaften lernen, sich selbst abzuhelfen und ihre vordringlichsten Probleme selbst zu lösen.
Neben dem Bau von Zufahrtswegen zu abgelegenen Dörfern kümmert sich das Projekt um die Schulbildung in der Region und unterstützt den Bau und die Verbesserung von Schulgebäuden, konzentriert sich aber ganz besonders auf die Weiterbildung der Lehrer. Das Programm CETHA, eine Aufbaumittelschule, bietet Erwachsenen die Möglichkeit an die Gymnasialreife zu erlangen.
Das Gesundheitsprogramm, fördert speziell die vorbeugende Medizin und Naturheilkunde. Es wird besonders Wert darauf gelegt, Wissen über Krankheiten und gesunde Ernährung unter der Bevölkerung zu verbreiten. Für die Region von grosser Bedeutung sind die Programme gegen die Leishmaniasis und die Tuberkulosis, zwei Krankheiten, die hier sehr häufig vorkommen. In Zusammenarbeit mit der Universität von La Paz wird hier zur Zeit eine wissenschaftliche Studie für die Anwendung eines neuen Medikaments gegen Leishmaniasis geleitet.
Im Agro-Forstprogramm leitet die Bauern an Landwirtschaft ohne Brandrodung so zu betreiben, dass der Boden vor Erosion geschützt wird, um einen Ertrag auf lange Sicht gewährleisten.
In allen vier durchgeführten Programmen geht es vor allem um eine aktive Beteiligung der Bevölkerung von der Planungsphase an, über die Ausführung bis zur Erhaltung. Es geht vor allem um Wissenstransfer und Bewusstseinsbildung zur Selbsthilfe.
Welchen Projekte ausgeführt werden, entscheidet ein Planungskommittee, das zusammengesetzt ist aus 20 Vertretern der Bevölkerung (unter anderem einem Vertreter der Gemeinde, dem Unterbürgermeister der Zone und dem Verantwortlichen für Wegbau und Wegerhaltung der Zone), sowie aus drei Vertretern des Projekts O.S.C.A.R..