Gesundheit
Das Gesundheitswesen stellt ein besonderes Problem für die Umsiedler aus dem Hochland dar. Sie leben in einem neuen Klima, mit ganz neuen, für sie unbekannten Krankheiten. O.S.C.A.R. bietet darum in erster Linie für die Bevölkerung Kurse an über Hygiene, Ernährung und Naturheilmittel der Gegend. Speziell die Frauen und Mütter sowie Schulen werden in dieses Programm einbezogen.
In der Region Alto Beni gibt es eine besondere Schwierigkeit: Die sehr starke Verbreitung der Leishmaniasis, der weissen Lepra. In den Dörfern um das Baulager des Projektes sind mehr als 35% der Leute davon schon einmal befallen worden. Die Krankheit wird, wie Malaria, durch den Stich einer Moskitofliege übertragen und zeigt sich in unterschiedlichen Formen: in der „kutanen“ Form in grossen schwer heilenden Wunden, oder in der „mukosalen“ Form, bei der die Schleimhäute des Mundes und der Nase abfaulen, darum auch der Name „weisse Lepra“. Leider gibt es keine Impfung gegen diese Krankheit. Die Heilung ist relativ teuer, eine Behandlung mit dem Medikament Miltefosine kostet ca. 249 €. Vor allem da häufig mehrere Familienmitglieder betroffen sind, stellt dies eine untragbare finanzielle Belastung der Familien dar, die in den seltensten Faellen diese Summen zahlen können. Bislang trägt das Projekt O.S.C.A.R. die Kosten für diese Behandlungen, die Patienten zahlen einen eher symbolischen Betrag von 15 €.
Zusammen mit der Universität von La Paz betreibt O.S.C.A.R. eine wissenschaftliche Studie über die Anwendung eines neuen Medikaments (Evanta) das aus dem Extrakt einer Pflanze gewonnen wird, die in der Region wächst. Ein solches Medikament könnte zu erheblich erschwinglicheren Preisen hergestellt werden.

